Jede Kilowattstunde zählt - Tipps fürs Gas sparen
Jede Kilowattstunde zählt - Tipps fürs Gas sparen (29.06.2022)

Jede Kilowattstunde zählt - Tipps fürs Gas sparenBundeswirtschaftsminister Habeck ruft die Bevölkerung zum Sparen auf – doch das ist mitunter leichter gesagt als getan. Gerade im privaten Bereich stehen wir alle ständigen Preiserhöhungen gegenüber. Strom, Warmwasser, Heizung werden nicht erst seit 2022 teurer, sondern stiegen vorher schon recht regelmäßig im Preis, wenn auch nicht so deutlich wie aktuell. Erdgas welches wir u.a. in großen Mengen aus Russland beziehen, ist dabei recht vielseitig in seinem Einsatz, so dient es als Grundstoff in der chemischen Industrie, zur Erzeugung von Strom und Wärme und es kann als Kraftstoff eingesetzt werden, es ist also ein Energielieferant, wie z.B. auch Rohöl.

Wenn vom Gas sparen die Rede ist, ist also nicht nur die Gasheizung gemeint. In Deutschland werden aktuell ca. 13 % des Stroms aus Erdgas erzeugt. Mit etwa 48% ist Erdgas die häufigste Energiequelle beim heizen und auch bei den 13% Anteil an Fernwärme entfällt so einiges auf Gaskraftwerke, die diese Fernwärme erzeugen. Und selbst bei den Kraftstoffen hat Erdgas noch einen, wenn auch geringen, Anteil von einem Prozent.

Gas sparen beim Heizen: generell gilt, je weniger Temperatur erzielt werden muss umso geringer der Gasverbrauch – als Faustregel kann man sagen, dass Sie mit jedem Grad weniger Raumtemperatur etwa 5% an Heizkosten sparen. Smarte Thermostate und eine automatische Nachtabschaltung können zudem helfen weitere Energie einzusparen. Außerdem sollten Sie auch Ihre Türen und Fenster mal unter die Lupe nehmen, denn eine schlechte Abdichtung kann auch zum wahren Energiefresser werden. Zudem sollten Sie drauf achten, dass die Heizkörper nicht von Möbeln oder Sofas blockiert werden. Und auch ein nachträglicher hydraulischer Abgleich bei wasserführenden Systemen kann sich lohnen, dabei wird der Wasserdruck je nach Entfernung des Heizkörpers und der Größe des zu beheizenden Raumes optimiert, zudem sollten Heizkörper von Zeit zu Zeit entlüftet werden. Langfristig kann auch eine energetische Sanierung des Eigenheims viel Energie einsparen. Mit der richtigen Dämmung hält sich im Winter die Wärme und im Sommer die Kühle länger im Haus.

Ebenfalls zum Einsparen von Erdgas heißt es den Stromverbrauch zu reduzieren, auch wenn die größten Sparpotenziale in dem Fall nicht im privaten Bereich liegen, hier dennoch ein paar Anregungen. Als Leuchtmittel für die eigne Bleibe sind insbesondere LED-Leuchtmittel zu empfehlen, diese gibt es in Kaltweiß, Warmweiß oder in allen Farben des Regenbogens. Während für Bad und Küche eher Kaltweiße Leuchtmittel zu empfehlen sind, bieten sich für den Wohnbereich Warmweiße LEDs an. Im Schlafzimmer können auch RGB-Leds eingesetzt werden, bei diesen sollte ein höherer Rotanteil eingestellt werden, da dies angenehmer für Augen vor dem einschlafen und direkt nach dem aufwachen ist. Blaues Licht hingegen kann er hinderlich für das Einschlafen sein, weshalb man auch darauf verzichten sollte, Bildschirme zum Beispiel von Smartphones im Bett zu nutzen. Dabei sollten in den meisten Fällen Leuchtmittel mit 4 bis 9 Watt ausreichend sein. Weitere Stromfresser sind alte Elektrogroßgeräte – hierbei insbesondere alte Kühlschränke oder Kühlkombinationen. Moderne Geräte der höchsten Effizienzklasse kommen stellenweise mit nur 100 kWh pro Jahr aus, während schon Geräte aus dem Jahr 2000 etwa 3x mal soviel pro Jahr verbrauchen – bei noch älteren Geräten ist der Verbrauch noch höher. Bei Gefrierschränken oder -fächern sollte zudem darauf geachtet werden, dass sich keine Eispanzer bilden, denn auch diese erhöhen den Stromverbrauch.

Bei Waschmaschinen und Geschirrspülern hängt das Einsparpotenzial von der Häufigkeit der Nutzung ab – aber hier können Sie nicht nur Strom sparen, sondern zusätzlich auch noch Wasser, moderne Geräte kommen mit immer weniger Wasser aus. Hier können Sie auch mit bestehenden Geräten bereits Energie sparen, indem sie Programme mit niedrigeren Temperaturen für die Wäsche wählen.

Bei Herd und Ofen ist viel geräteabhängig, bei strombetriebenen Geräten sind Umluftherde und Induktionsplatten am Effizientesten. Beim Kochen sollten Sie, wenn möglich einen Deckel verwenden, dadurch kocht zum Beispiel Wasser deutlich schneller und der Herd muss nicht so lange angeschaltet sein. Gasherde sind an sich schon effizienter, da sich die Temperaturen präziser Regeln lässt – bei einem Elektroherd mit Kochplatten hingegen können Sie den Herd eher abschalten, weil die Platten die Wärme länger halten.

Ein anderer Dauerläufer im Haushalt sind heutzutage meist Router, auch hier lässt sich noch etwas einsparen, zum Beispiel wenn Ihr Router über einen ECO-Modus verfügt sollten Sie diesen einschalten oder wenn Sie nur ein paar Stunden am Tag den Router wirklich brauchen, kann auch eine Zeitschaltuhr helfen, so dass dieser nur läuft, wenn er auch benötigt wird.

Ansonsten sollten Sie die meisten Geräte nicht im Stand-by lassen, sondern lieber mit schaltbaren Steckdosen oder Steckerleisten komplett ausschalten.

Als letztes Spargebiet um den Gasverbrauch zu senken bliebe noch das Reduzieren des Warmwasserverbrauchs. Zum Bespiel durch Duschen statt Baden und das nicht zu lange. Und um auch den Hinweis der aktuellen Werbekampagne der Bundesregierung aufzugreifen: wer regelmäßig duscht sollte über die Investition in einen Sparduschkopf nachdenken. Beim Händewaschen und Durchwischen kaltes Wasser nehmen und Wasserhähne regelmäßig entkalken um ein Tropfen zu verhindern.

Wir wissen, dass Sie viele dieser Tipps bereits umsetzen und dennoch hoffen wir, dass wir Ihnen noch ein paar Anregungen bieten konnten.

 

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